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Burg Allstedt

Eckdaten aus dem Leben
Thomas Müntzers

  • 1489 geboren in Stolberg
  • 1506 Immatrikulation Universität Leipzig
  • 1512 Immatrikulation Brandenburgische Universität Frankfurt
  • 1513 Priesterweihe Diözese Halberstadt
  • 1517 - 1519 Aufenthalte in Lutherstadt Wittenberg
  • 1520 - 1521 Predigten und reformatorisches Wirken in Zwickau auf Empfehlung Luthers
  • 1521 Vertreibung aus Zwickau und Aufbruch nach Böhmen
  • 1521 Prager Manifest
  • 1522 kurzzeitig Kaplan von Glaucha
  • 1523 - 1524 Pastor und Wirken im kursächsischen Allstedt 
  • 1523 erste vollständig auf Deutsch praktizierte Gottesdienstordnung
  • 1523 Kontakt zu Andreas Karlstadt 
  • 1523 erster Konflikt mit Graf Ernst von Mansfeld
  • 1524 Liturgiereform, Fürstenpredigt auf Schloss Allstedt und Flucht vor der Obrigkeit Allstedts
  • 1524 Pfarrer in Mühlhausen und Leitfigur in den Deutschen Bauernkriegen
  • 1525 Tod bei Mühlhausen durch Enthauptung
    nach der Schlacht bei Frankenhausen

Ausflugs-Tipp

Dem Leben und Wirken Thomas Müntzers widmet sich die Dauerausstellung "1523 - Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes" auf  Schloss Allstedt

 

Der Reformator Thomas Müntzer

In den Anfängen der reformatorischen Bewegung war der Theologe und Reformator Thomas Müntzer ein Anhänger Martin Luthers. Während seiner Zeit als Pastor von Allstedt nahe der Lutherstadt Eisleben wurde Müntzer zu einem bedeutenden Reformator und Revolutionär der Deutschen Bauernkriege.

In den frühen Jahren der Reformation war der Theologe Müntzer Weggefährte Martin Luthers und schloss sich zwischen 1517 und 1519 der theologischen Bewegung in Lutherstadt Wittenberg an. Doch schon in seinem Wirken als Prediger von Zwickau und in seinen ersten Schriften distanzierte er sich von den Ansichten Luthers. Im Prager Manifest von 1521 kommt Müntzers spiritualistische Theologie von einer lebendigen Gotteserfahrung, der Erleuchtung von Auserwählten und einer mystizistisch geprägten Glaubenslehre zum Ausdruck.

Schloss Allstedt

Reformatorisches Wirken Müntzers in Allstedt

Während seiner schaffensreichsten Zeit als Pastor von Allstedt war Thomas Müntzers Wirken von großer Bedeutung für die Reformation. Er wandte sich radikal gegen die römisch-katholische Kirche, reformierte die Gottesdienstordnung und prangerte auch soziale Missstände an. Als erster Reformator hielt er in der Neustädter St. Johanniskirche von Allstedt die Gottesdienste komplett in Deutscher Sprache. Die Erneuerung der Glaubensgemeinde und die Einführung der Messe in Deutsch gehört zu den theologischen Höhepunkten seines Schaffens.

Berühmt wurde Thomas Müntzers Fürstenpredigt, die er 1524 in der Hofstube von Schloss Allstedt vor dem späteren Kurfürsten Herzog Johann dem Beständigen und seinem Sohn Friedrich I. hielt. Er predigte von apokalyptischer Endzeiterwartung und der Rolle der Obrigkeit. Zugleich griff er die sozialen Missstände auf, kritisierte die gesellschaftliche Stände-Ordnung und formulierte seine sozialrevolutionären, neuzeitlichen Ansichten. 

Die Fürstenpredigt von Allstedt gilt als bedeutender Umbruch in der Geistesgeschichte am Übergang zur Neuzeit und hatte für den Reformator weitreichende Folgen. Das gewaltbereite Verteidigungsbündnis der Anhänger Müntzers, welches sich 1524 formierte, wurde von Martin Luther stark kritisiert. In einem "Brief an die Fürsten zu Sachsen von dem aufrührerischen Geist" forderte er die Landesverweisung Müntzers. Die adelige Obrigkeit Allstedts vertrieb Thomas Müntzer aus der Stadt. In der Freien Reichsstadt Mühlhausen strebte er erneut den Aufbau einer Gemeinde der Auserwählten an und wurde zu einer Leitfigur der Deutschen Bauernkriege, in welchen er seinen Tod fand.

Thomas Müntzer und Martin Luther

Die reformatorischen Ideen Martin Luthers haben den jungen Theologen Müntzer stark beeinflusst. Während seiner Aufenthalte in Lutherstadt Wittenberg suchte er die Nähe und den Kontakt zu Luther, widmete sich theologischen Studien und schloss sich der frühreformatorischen Bewegung an. 

Auf die Empfehlung Luthers hin wurde dem "Lutherschüler", dem geweihten Pastor Müntzer im Mai 1520 die Predigtvertretung an St. Marien für Johann Egranus im wichtigen Bildungszentrum Zwickau anvertraut. Als er die zweite Predigerstelle in St. Katharinen annahm, entstanden erste Spannungen in der reformatorischen Bewegung. Gegenüber Egranus Reformchristentum entwickelten sich Müntzers Ansichten polarisierend in Bezug auf die erlebbare Glaubensgewissenheit und die Kindertaufe.

Zu Beginn Müntzers Schaffenszeit in Allstedt suchte er erneut, den Kontakt zu Martin Luther wiederherzustellen, jedoch misslangen die Bemühungen. Stattdessen näherte sich Müntzer dem Reformator Andreas Karlstadt an, welcher einst als Doktorvater an der Universität Wittenberg Martin Luther zum Doktor der Theologie promovierte und später im Zuge der Differenzierungen der Reformation und im Abendmahlstreit zu Luthers Gegner wurde. In einer der letzten Schriften, die Thomas Müntzer in Allstedt geschrieben und in Druck gegeben hat, wandte auch er sich unter dem Titel "Hoch verursachte Schutzrede und antwort wider das Gaistloße Sanfftlebende fleysch zu Wittenberg" (1524) gegen Luther. Wegen seiner radikalen sozialrevolutionären Ansichten, kämpferischen und gewaltbereiten Schriften und einer spiritualistischen Theologie distanzierte sich Martin Luther zu Beginn der Bauernkriege von Müntzer.

Weitere Informationen

Eine bildhafte Darstellung zum Konflikt zwischen Martin Luther und Thomas Müntzer gibt es in einem unterhaltsamen Comic. In der Tourist-Information Lutherstädte Eisleben & Mansfeld ist der Comic für 2,50 € erhältlich. 

In Stolberg, der Geburtsstadt Müntzers, erinnern mehrere Müntzer- und Luthergedenkstätten an die bedeutenden Reformatoren. In der Innenstadt sind die St. Martini Kirche, das Josephskreuz und das Thomas-Müntzer-Denkmal sehenswert. 

Eine einzigartige Dauerausstellung zum Reformator "1523 - Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes" können Sie auf  Schloss Allstedt besichtigen.  

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